Behandlungsmethoden


1. Besenreiserverödung:
Bei der Verödung wird mit einer feinen Nadel ein alkoholähnlicher Stoff direkt in die winzigen Venen eingespritzt. Hierdurch kommt es zu einer Reizung der inneren Venenauskleidung und Anschwellung dieser Bindegewebsschicht, wodurch in der Folgezeit eine Vernarbung der kleinen Blutgefäße resultiert. Diese Behandlung ist ambulant durchführbar, je nach Grad der Veränderungen in mehreren Sitzungen.
Wichtig: Direkt nach der Therapie sind die Besenreiser eine Zeit lang noch deutlicher sichtbar als zuvor. Der endgültige Behandlungserfolg stellt sich erst nach etwa 2 Monaten ein.


2. Schaumverödung:
Hierbei handelt es sich um eine Variante der bekannten Verödungsverfahrens (Sklerotherapie, Sklosierung), mit der nun auch größere Venen unter Ultraschall- kontrolle mit weniger Nebenwirkungen gezielt verödet werden können. Dabei wird das aufgeschäumte Verödungsmittel teils über einen Katheter, teils über eine feste Kanüle in die Vene eingebracht und unter Ultraschall - "Sicht" gezielt verabreicht. Durch die Schaumpräparation wird das Blut aus dem Gefäßinneren herausgedrängt, der Kontakt zwischen Sklerosierungsmittel und Gefäßinnenwand wird intensiviert und verlängert, wodurch eine im Hinblick auf die Länge des zu wünschenden Venenkrampfes 2x stärkere Wirkung des Schaumpräparates gegenüber einem flüssigen Verödungsmittel mit gleicher Menge und gleicher Konzentration resultiert.


3. Miniphlebektomien nach Varady
Hierbei werden die erweiterten Venen über winzige Stiche in der Haut mittels eines speziellen Häkchens "am Schlafittchen gepackt", d.h. durch die Haut herausgezogen und dann - nach Erfassen der Vene - mit einem kleinen Klemmchen herausgezogen. Die kleinen Hautschnittchen werden mit einem speziellen Pflaster kosmetisch günstig verklebt.


4. Strippingoperation
Hierbei handelt es sich mit Sicherheit um die am häufigsten durchgeführte Operations- methode zur Behandlung einer sogenannten Stammvarikosis der großen und der kleinen Rosenvene (Vena saphena magna und Vena saphena parva). Je nach zu operierender Vene wird in der Leiste bzw. in der Kniebeuge die Einmündung der Stammvene in das tiefe Venensystem über einen kleinen Hautschnitt dargestellt. Nachfolgend wird die Stammvene direkt an der Einmündung in das tiefe Venensystem zunächst ausgeklemmt und dann mit einer Naht verschlossen. Im weiteren wird das Gefäß dann in ihrem erkrankten Bereich mit einem Metall- oder Kunststoffdraht aufgefädelt, also sondiert, mit nachfolgender Fixierung der Vene auf diesem speziellen Draht. Nachdem das Gefäß dann aus seinen Enden herausgelöst wurde, wird es mit diesem Draht aus dem Unterhautgewebe entfernt. Die hier einmündenden Seitenast-Krampfadern werden nach der Varady-Methode (s.o.) entfernt.


5. CHIVA-Methode
Das Operationsprinzip beruht darauf, dass eine Rückbildung von Krampfadern erfolgen kann, wenn der krankhafte, falsche Blutfluss ausgeschaltet wird, d.h. die überschüssige Menge an Blut, die die Krampfadern füllt und die ehemals dünnen Venen erst zu Krampfadern gemacht hat, kann nach der Behandlung nicht mehr diese falschen Wege fließen. Das Ziel wird erreicht, indem die Krampfadern nach feststehenden Grundsätzen an bestimmten Stellen durchtrennt werden. Voraussetzung hierfür ist eine subtile Ultraschalldiagnostik der venösen Strömungsverläufe.


6. Endovenöse Lasertechnik
Bei der endovenösen Laserkoagulation wird über eine kleine Gefäß-Punktion oder über einen winzigen Schnitt eine Laserfaser in der Stärke von 0,6 mm in die zu behandelnde Stammvene eingebracht und unter Ultraschall-Kontrolle an der richtigen Stelle positioniert. Über ein elektronisches Gerät wird dann ein Laser-Strahl erzeugt, der an der Sondenspitze in der Vene über Hitzeentwicklung zur Bildung von heißen Blut-Blasen (blood-bubbles) führt. Diese leiten die entstehende Energie an die innere Auskleidung der Vene weiter, welche auf diese Weise im Sinne einer umschriebenen Verbrennung geschädigt wird.
Gleichzeitig wird das Gefäß im Sinne einer künstlichen Thrombose sofort verschlossen. Dabei kommt es zu einer nur unwesentlichen Temperaturerhöhung im der Vene unmittelbar anliegenden Gewebe, wie Messungen nachwiesen. Noch verbleibende Seitenast-Krampfadern werden hier wie auch beim VNUS Closure-Verfahren ergänzend entweder mittels sogenannter Miniphlebektomien über Minischnittchen entfernt (S.o.) oder ergänzend verödet. Die Methode eignet sich auch zur Behandlung bei marcumarisierten Patienten, ohne dass dafür die Marcumar-Therapie beendet werden müsste.


7. VNUS Closure-Verfahren
Über eine sektquirl-ähnliche Elektrode werden die Venen mittels Hochfrequenzstrom (Radiowellen) gezielt geschädigt und damit ähnlich der endovenösen Laser-Methode verschlossen. Die Elektrode wird sehr langsam durch die Vene zurückgezogen und leitet die Hochfrequenz-Energie durch die Venen, welche daraufhin so geschädigt werden, dass sie in der Folgezeit schrumpfen. Der Hochfrequenzstrom erhitzt die Venenwand auf ca. 85°. Stromstärke und Temperatur werden durch Messungen überprüft. Durch die Erhitzung der Venenwand kommt es zu einer Verkürzung und Verdickung bestimmter (kollagener) Fasern, sowie zur Bildung eines kleinen Thrombus auf der geschrumpften und geschädigten Venenwand.


8. VenaSeal Sapheo Closure System (Venenklebung)
Ein spezieller medizinische Klebstoff wird mit einem Katheter so in die betroffene Stammvene eingebracht, dass die defekten, insuffizienten Venensegmente zielgenau verklebt werden.
Die Grundform des verwendeten Klebstoffes ist seit 50 Jahren in der Medizin gebräuchlich und wurde für die VenaSeal-Klebemethode speziell modifiziert.
Das Verfahren ist in örtlicher Betäubung durchführbar und kommt ohne große Mengen Tumeszenz-Anästhesie aus. Der Patient ist damit unmittelbar nach der Operation wieder belastungsfähig und benötigt in der Regel keinen oder nur kurze Zeit einen Kompressionsverband oder –strumpf.


9. Bandaging
Beim Bandaging oder der extraluminalen Valvuloplastie (ExVP) wird die an der Einmündung in die Oberschenkelvene übermäßig weite große Rosenvene (Vena saphena magna) so eingeschnürt, dass die voneinander zu weit entfernten Segel der obersten sogenannten „Schleusenklappe“ wieder in wasserdichten Kontakt kommen.
Hierfür wird bei der Manschettentechnik eine dünne Polyestermanschette so um den Mündungsbereich der großen Rosenvene in die tiefe Beinvene herum vernäht, dass der Durchmesser der an dieser Stelle ausgeleierten Vene wieder bis zu einem dichten Klappenkontakt reduziert wird.
Voraussetzung für diese elegante Methode ist, dass noch funktionsfähige Klappensegel vorhanden sind. Sind diese beispielsweise durch thrombophlebitische Vorerkrankungen oder andere Entzündungen zerstört, ist diese Methode nicht mehrdurchführbar. Auch ein zu weit fortgeschrittenes Krampfaderleiden lässt diese schonende Behandlung nicht mehr zu.
Nach Untersuchungen zur Effektivität dieser Methode besteht die Indikation zur ExVP allerdings nur in etwa 8 % der Fälle. Sie eignet sich nur für leichtere Formen der Stammvarikosis, hat dann jedoch den Vorteil, dass die betroffenen Venen komplett erhalten werden und damit bei bestimmten Operationen der Arterien und des Herzkranzgefäßsystems als Ersatzmaterial genutzt werden können.